User-Generated Content – Wissensmanagement 2.0

E-Learning Trends Sophia Schroembges · vor 2 Monaten

Wissen ist Macht gilt auch für die Welt der Wirtschaft. Es verhilft Unternehmen wettbewerbsfähig zu werden, zu sein und den eigenen Wettbewerbsvorteil auszubauen. Das Knifflige an der Sache ist, dass der Großteil des Wissens in einem Unternehmen in den Köpfen der Menschen steckt, die dort tätig sind.

Durch Wissensmanagement können Informationen so organisiert werden, dass die Menschen in einem Unternehmen einfach darauf zugreifen können oder Kenntnis davon haben, wo bestimmtes Wissen zu finden ist.

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User-generated Content für erfolgreiches Wissensmanagement

Mitarbeiter vereinen Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten in sich. Drei wichtige tragende Säulen für den Erfolg eines Unternehmens. Haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, diese Informationen mit anderen Menschen im Unternehmen zu teilen, so wird das Wissensinventar mit wertvollen Details zu vielfältigen Themen angereichert. Durch diesen wechselseitigen Austausch wird eine lebendige Lernkultur geschaffen, in der Mitarbeiter selbstständig und überall auf Wissen zugreifen können, da sie miteinander kooperieren und sich gegenseitig fördern. So wird das Risiko des Wissensverlusts gesenkt, da individuelles Wissen mit anderen geteilt wird. Zusätzlich entlastet diese Strategie Verantwortungsträger, da diese nicht mehr allein für die Weitergabe von Informationen und das Fördern von Mitarbeitern zuständig sind.

Unser Tipp: Finden Sie unternehmensinterne Experten und geben Sie langjährigen, erfahrenen Mitarbeitern die Möglichkeit, ihr Wissen weiterzugeben. Ein Anfang für user-generated Content im Learningmanagement System könnte sein, diese Experten als Kursautoren einzusetzen, sodass sie ihr Wissen in Kursen für ihre Kollegen ablegen und die Kollegen sich das Wissen im Anschluss aneignen können.

Wieso ist user-generated Content in vielen Unternehmen nicht vertreten?

Es gibt so viele Wege, Informationen und Wissen abzuspeichern, wie es Mitarbeiter im Unternehmen gibt, wodurch Informationen in Dokumenten, Excel Tabellen und allen möglichen anderen Formaten abgespeichert werden. Den Überblick über das gebündelte Wissen hat niemand. Häufig wird angenommen, dass einfach die Zeit für Wissensmanagement fehlt, da jeder mit seinen eigenen Aufgaben beschäftigt ist. Von Entscheidern und dem Management besteht zusätzlich die Angst, dass sensible Daten, durch eine offenere Organisation von Wissen, an die Öffentlichkeit gelangen konnten und eine generelle Angst vor Kontrollverlust herrscht vor.

Führt man also ein, dass Mitarbeiter Inhalte in Form von Informationen und Wissen bereitstellen können, und somit user-generated Content entsteht, ist es wichtig, entsprechende Strategien, Ressourcen und Tools bereitzustellen und zu entwickeln. Es gilt zu verhindern, dass Falschinformationen verbreitet und als Status Quo angesehen werden, Strukturen und eine sichere Umgebung vorzugeben, sowie Experten und Wissensträger für bestimmte Themengebiete kenntlich zu machen.

Zusätzlich ist es hilfreich, Prozesse zu etablieren, die dem Unternehmen helfen, mit negativen Äußerungen der Mitarbeiter, Unklarheiten bei der Durchführung und Überarbeitung der von den Mitarbeitern erstellten Inhalte, umzugehen.

Das Erstellen von user-generated Content innerhalb des Unternehmens fördern

Damit Mitarbeiter gewissenhaft ihr Wissen und die ihnen vorliegenden Informationen teilen, müssen sie sich über die Vorteile dessen bewusst und idealerweise intrinsisch dazu motiviert sein. Intrinsische Motivation kann dafür eingesetzt werden, die Menschen im Unternehmen „zu aktivieren“ und so das schlummernde Wissen und Kreativität im Unternehmen zu wecken. Es braucht Anreize wie zum Beispiel Anerkennung, um dies zu erreichen. Außerdem sollten die Mitarbeiter dazu angehalten werden, sich als Problemlöser zu betrachten: Durch das Teilen von Wissen ist es möglich, gemeinsam Hürden zu meistern. Die individuell preisgegebenen Informationen steuern hierzu bei. Ein anderer Hebel für intrinsische Motivation können gamifizierte Anreize sein. Tim Murck, Experte für gamifiziertes Lernen hierzu: „Die Gamingindustrie ist herausragend in ihrer Fähigkeit, Menschen zum Lernen zu bringen, denn zu spielen heißt zu lernen. Spieler lernen selbstständig und wenden ihr neues Wissen und Fähigkeiten an. Beim Wissensmanagement in Unternehmen ist es wichtig, sich den Eifer der Menschen zu lernen, zu Nutzen zu machen und zu managen. So wird Neues erlernt und das Wachstum des Unternehmens gefördert. Das kann man dadurch erreichen, neue Regeln und Rewards für Wissen, und wie es angewandt wird, zu etablieren. Verändern Sie die Spielregeln!“

Als nächstes ist es essentiell, Strategien und Unternehmenskultur in Betracht zu ziehen. Herrscht eine offene Kultur mit flachen Hierarchien vor, ist es einfacher user-generated Content zu etablieren, da die Mitarbeiter es gewohnt sind, sich einzubringen und Ideen mitzugestalten. Ist eine Unternehmenskultur hierarchischer, sind entsprechende Maßnahmen von Vorteil: Opinion Leader oder Corporate Influencer können mit gutem Beispiel voran gehen und Content, Informationen und Wissen mit anderen teilen. Außerdem ist es hier wichtig, nicht von 0 auf 100 zu schalten. Sind Mitarbeiter es seit Jahren nicht gewöhnt, ihr Wissen mit anderen zu teilen oder einfach auf dieses zuzugreifen, sollten sie langsam an die neue Methodik herangeführt werden. Zum Beispiel können sie zunächst ermutigt werden, auf Inhalte, die von Opinion Leadern oder Abteilungsleitern eingestellt wurden, zu reagieren. So werden sie Schritt für Schritt an die Interaktion gewöhnt und es fällt ihnen im Anschluss leichter, auch ihr eigenes Wissen mit den Kollegen zu teilen.

In jedem Fall ist es jedoch wichtig, eine Einzelkämpferkultur zu vermeiden und den Mitarbeitern, Management und auch Führungskräften die Dringlichkeit und Vorteile von Zusammenarbeit nahezubringen.

Wo kann eigentlich auf das Wissen zugegriffen werden?

Um user-generated Content und Wissensmanagement an sich erfolgreich in die Tat umzusetzen, sind die richtigen Tools und Vorgehensweisen essentiell. Mittlerweile gibt es eine hohe Anzahl verschiedener Anbieter, Techniken und Arten von Software, die Unternehmen helfen, sich intern zu strukturieren: Online Schulungen, E-Learning Software, Wikis, Social Intranets, Gamified Learning Tools, Chats, Speicher in der Cloud und vieles mehr.

Wichtig ist hierbei, dass ein Tool verwendet wird, welches den individuellen Ansprüchen eines Unternehmens gerecht wird und auch den Mitarbeitern die Möglichkeit bietet, user- generated Content zu erstellen.

In jedem Fall ist es zentral, dass die Mitarbeiter durch das Teilen von Wissen, Informationen und Content im Allgemeinen, sich gegenseitig unterstützt fühlen. So kann die Performance innerhalb des Unternehmens gesteigert werden und der Informationsfluss wird verbessert.

Ein Digitaler Arbeitsplatz mit einem Social Intranet als Mittelpunkt erlaubt es Ihnen, an einem zentralen Ort Software und Tools zu sammeln. Über diesen digitalen Treffpunkt können Mitarbeiter dann auch auf E-Learning Kurse zugreifen oder in selbstangelegten Wikis nach den benötigten Informationen suchen.

Fazit

Wettbewerbsfähigkeit baut nicht ausschließlich auf gutem Wissensmanagement auf, aber ein großes Stück des Kuchens könnte wohl dieser Vorgehensweise zugeteilt werden. Gut gemanagtes Wissen innerhalb eines Unternehmens macht es möglich, ein Inventar von Informationen und individuellem Wissen der Menschen im Unternehmen anzulegen. Unternehmensspezifische Strategien und Tools ermöglichen es den Mitarbeitern außerdem, selbstständig und strukturiert ihr Wissen mit anderen zu teilen, um sich so gegenseitig zu unterstützen und fortzubilden. Diese Eigeninitiative der Mitarbeiter kann durch intrinsische Motivation gefördert werden.

Möchte man also das meiste aus der Praxis Wissensmanagement herausholen und user- generated Content im Unternehmen einführen, sollte man vorher prüfen, ob diese Vorgehensweise von Mitarbeitern akzeptiert werden würde. Neue Konzepte erfordern stets neue Wege, diese umzusetzen, was auch die Unternehmenskommunikation, -strategie und -struktur mit einbezieht.

Dieser Artikel erschien zuerst bei den Wissensmanagement Tagen.

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