Employee-Led Learning – Auf dem Weg zu moderner Weiterbildung und Empowerment

E-Learning Trends Annika Willers · vor 2 Jahren

Warum sollte Weiterbildung vom Lernenden ausgehen? Ist es nicht vielmehr das Unternehmen, welches vorgibt, was gelernt werden soll, damit Mitarbeiter für die vorgesehenen Tätigkeiten qualifiziert sind? Ja und nein! Unternehmen profitieren vor allem dann von qualifizierenden Maßnahmen, wenn der Mitarbeiter bereit und fähig ist, Gelerntes gewinnbringend umzusetzen. Mit dem Begriff „Employee-Led-Learning“ wird diese Mitarbeiter-basierte Komponente der Weiterbildung vermehrt in den Fokus gerückt. Entscheidend ist jedoch, dass ein Benefit auf beiden Seiten erzielt wird.

Autonomie bei Weiterbildung und Empowerment Zeitliche und örtliche Flexibilität, Verantwortung und Auswahlmöglichkeiten – wichtige Faktoren der modernen Weiterbildung

Warum ist Employee-Led Learning in der heutigen Arbeitswelt so wichtig?

“Employee-led learning” (ELL), wie kürzlich von Workplace Learning Advisor Jane Hart beschrieben, ist ein Weg zu Empowerment und Eigenbestimmung beim Mitarbeiter selbst. Dazu gehört herauszufinden, wie man am besten lernt, eigene Entscheidungen zu treffen und somit auch die Verantwortung für den Lernprozess selbst zu tragen. Hart formuliert es (frei übersetzt) etwa so: „Wir müssen aufhören, Mitarbeiter wie Schulkinder zu behandeln und ihnen das Training mit dem Löffelchen zu verabreichen: ihnen vorzuschreiben, was sie lernen sollen und wie sie es lernen sollen. Stattdessen sollten wir sie wie die Erwachsenen behandeln, die sie sind.

Als zweites fordert sie: „Wir müssen aufhören, Mitarbeiter zu behandeln, als wären sie alle gleich und ihnen allgemeine Trainings zu geben, die zu jedem passen. Stattdessen müssen wir sie wie Individuen behandeln und ihnen dabei helfen, persönliche und relevante Lernerfahrungen zu machen, die zu ihren eigenen Bedürfnissen passen.

Was bedeutet das für die Erstellung von internen Weiterbildungsmaßnahmen?

Egal wie selbstverständlich es erscheinen mag, Lernende am Arbeitsplatz wie intelligente Erwachsene zu behandeln ist nicht der Normalfall. Autonomie beim Lernen ist sogar schwieriger zu erzielen, als die Verabreichung „mit dem Löffel“, also das Bereitstellen aller möglichen Unterlagen, aufgeteilt auf PowerPoint Slides und andere Dokumente. Um Autonomie zu verwirklichen, müssen Unternehmen die Perspektive des Lernenden berücksichtigen und ihm Auswahlmöglichkeiten geben.

Eine Auswahl an möglichen Kursen und Materialien kann schon weiterhelfen, aber laut Jane Hart ist dies nicht genug. Vielmehr benötigt ein Individuum die Freiheit, den Lernprozess zu organisieren und zu managen, eigenes Wissen, Fähigkeiten und somit die Leistung zu verbessern, auf eine Art und Weise die zu dem Lernenden passt. Empowerment ist hierfür das Schlagwort.

Wie werden Empowerment und Selbst-Management erzielt?

Das Gefühl der eigenen Verantwortung ist essentiell für den Employee-led learning Style. On-demand Training (Kurse auf Abruf) sind ein Weg, Partizipation und Ergebnisse in die Hände des Teilnehmers zu legen. Aber auch die Sichtbarkeit des Lernfortschritts gehört hierzu, ebenso wie Diskussion und Selbst-Reflexion. Hier ein paar Möglichkeiten, Training für den Lernenden kontrollierbar zu machen:

  • On-demand Training, z.B. über Mobile oder Microlearning: Zeit, Ort und Geschwindigkeit beim Abruf von einzelnen Lernschritte liegen beim Lernenden.
  • Auswahl der Ressourcen: Verschiedene Kurse, Ansprechpartner und Aktivitäten können angeboten werden.
  • Sichtbarkeit von Resultaten und Fortschritt: Lernende sind über den eigenen Erfolg im Bilde.
  • Fragen zur Selbst-Reflexion: Was weiß ich schon? / Was fehlt mir um im Job besser zu sein?
  • Großzügige Feedback-Optionen: Lernende können zu jedem Zeitpunkt um Hilfe oder Verbesserung des Lernangebots fragen.
  • Training flexibel ausbauen: Material und Kurse können für verschiedene Zielgruppen adaptiert und kontinuierlich verbessert werden.

Um Wünschen nach Empowerment und relevantem Training gerecht zu werden, sollten die oben genannten Funktionen von den Lernangeboten eines Unternehmens unterstützt werden. Gehört E-Learning zur Trainingsstrategie, sollte die Software also Funktionen beinhalten, die den Fortschritt sichtbar machen, Kommentare und Diskussionen zulassen, verschiedene Arten Fragestellung zulassen und sich flexibel den Bedürfnissen des Teilnehmers anpassen. Coursepath ist eine solche Software. Speziell mit Fokus auf Autonomie und Transparenz beim Lernen aufgebaut, ermöglicht die intuitive Plattform selbstbestimmtes Lernen und Zusammenarbeit. Optimale Trainingsresultate erzielen Unternehmen, wenn sie Kurse für regelmäßigen Austausch aufbauen und diese kontinuierlich anpassen, so dass ein dynamischer Prozess entsteht an dem verschiedene Stakeholder beteiligt sind. Dazu gehören Teilnehmer ebenso wie Trainer und Manager.

Was ist die Rolle des Lernenden und die des Unternehmens?

Um zu unterstreichen, dass der Kern des Themas nicht im Lernen liegt, sondern in der Arbeit, vermeidet Hart das Wort Lernende und bezieht sich stattdessen auf Individueen, Mitarbeiter und Arbeiter. Auch in Coursepath vermeiden wir Begriffe wie Lernende und Lehrer wenn möglich und benutzen lieber Zuweisungen wie Teilnehmer und Trainer. In diesem Artikel jedoch verwenden wir ab und zu das Wort Lernende um deutlich zu machen, dass derjenige der lernt einen eigenen Ausgangspunkt hat, und in dessen Lage sich andere Stakeholder versetzen sollten. Trotzdem können Unternehmen und Lernende nicht vollständig als separate Einheiten betrachtet werden: sie sind voneinander abhängig und je mehr sie einanders Bedürfnisse erfüllen, desto mehr können die eigenen Ziele erreicht werden.

Geschulte Mitarbeiter genießen eine Verantwortung, die von den meisten als erfüllender Teil des Arbeitslebens angesehen wird. Natürlich haben sie dabei auch eine Verantwortung gegenüber den Unternehmenszielen. Mitarbeiter sind sich aber dessen bewusst und legen es umso mehr darauf an, Resultate ihrer Weiterbildung auch für die anderen sichtbar zu machen. Hierzu zählen einsehbare Kursresultate und Zertifikate. Was aber am meisten zählt, ist die verbesserte Leistung und weitergegebenes Wissen, denn hiermit lebt die Weiterbildung.

Annika Willers

Annika Willers

Medien- und Kommunikationsexpertin mit Schwerpunkt Informationsverhalten im Netz. Schreiben Sie mir! Ich freue mich auf Ihre Fragen oder Anregungen.

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