Warum ist E-Learning Erstellung noch so schwierig? Schulungsersteller berichten, was sie bremst.

E-Learning Trends Annika Willers · vor 6 Monaten

Die kürzlich erschienene Coursepath Studie in Zusammenarbeit mit Thomas Seitz Marktforschung belegt: Schulungserstellung im E-Learning Format wird gerne an Dienstleister und andere abgegeben. Nur 22% der heutigen Schulungsverantwortlichen, die E-Learning einsetzen, geben an, Schulungen selbst zu erstellen und nur 6% produzieren diese ganz allein. Warum ist das so? Was muss sich verbessern, damit Schulungsverantwortliche sich den gesamten Prozess der Schulungserstellung zutrauen? Welche Hemmschwellen gibt es und wie können sie abgebaut werden?

E-Learning Erstellung im Team

Schulungsverantwortliche, die im Rahmen der E-Learning Studie befragt wurden, stammen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Teilgenommen haben Männer und Frauen unter und über 40 Jahren aus Banken, Versicherungen, Handel, Bau, Transport/Logistik, Produktion und Dienstleistung. Teilweise Personalverantwortliche, teilweise Führungskräfte die eigentlich gar nicht auf Schulung spezialisiert sind, sich derer aber doch verantwortlich sehen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie zwar E-Learning einsetzen (zu 66%), die konkrete Erstellung aber meistens anderen überlassen, wie Dienstleistern, Bereichsleitern, Vertrieb, IT, Personalabteilung und studentischen Mitarbeitern. Und das obwohl sie Zeitersparnis als wichtigen Grund für E-Learning Nutzung sehen.

Aktive Beteiligung an der Erstellung von E-Learning Kursen
Aktive Beteiligung an der Erstellung von E-Learning Kursen

Doch wo bleibt die Zeitersparnis, wenn Schulungsverantwortliche Lehrmaterialien an Dritte weitergeben und erklären, Prozesse mitverfolgen und Ergebnisse kontrollieren müssen? Es liegt wohl an den Hindernissen, die Schulungsverantwortliche auf ihrem Weg zur E-Learning Erstellung sehen.

1. Zeitaufwand

Einerseits heißt E-Learning geringerer Zeitaufwand. Etwa 70% der Schulungsverantwortlichen sehen das so und machen Zeitaufwand damit zu einem der Hauptgründe, neben eigenständigem Zugriff, unmittelbarer Kontrolle und Kosten, sich für E-Learning zu entscheiden. Die Erstellung von E-Learning Angeboten erfordert jedoch Zeit, ein Nachteil für die Schulungsverantwortlichen, die damit vor die Wahl gestellt werden, Angebote entweder selbst zu erstellen oder andere produzieren zu lassen.

Im Vergleich zur Erstellung von Präsenzschulungen schneidet E-Learning eher schlecht ab: die meisten Schulungsverantwortlichen sehen den Aufwand als gleich (36%) oder höher (45%) als bei Präsenzschulungen. Unterschiede gibt es vor allem in der Unternehmensgröße und beim Geschlecht: Große Unternehmen empfinden den Zeitaufwand als höher (im Vergleich) und Frauen. Männer hingegen empfinden es häufiger als Nachteil, dass bei E-Learning Kursen die Inhalte häufig geändert werden müssen oder schnell nicht mehr aktuell sind (23% vs. 17%).

Zeitaufwand nach Unternehmensgröße
Geschätzter Zeitaufwand nach Unternehmensgröße
Zeitaufwand nach Geschlecht
Geschätzter Zeitaufwand nach Geschlecht

Dennoch setzen Frauen bereits etwas häufiger E-Learning ein als Männer, wobei der Unterschied eher gering ist (68% vs. 62%), und vor allem eben nicht unbedingt in Eigenproduktion.

2. Schwierigkeit der E-Learning Erstellung

Auch wird die Erstellung von E-Learning Kursen als mindestens genauso schwer empfunden wie die Erstellung von Präsenzschulungen, oft auch als höher. Vor allem im Handel wird der Schwierigkeitsgrad als eher oder sogar sehr hoch eingestuft (75%). Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob Schulungen für den Handel tatsächlich schwieriger zu erstellen sind, vielleicht weil Abläufe schwieriger zu erklären sind? Oder ob die Einschätzung doch sehr subjektiv erfolgt, weniger auf Erfahrungen als auf Befürchtungen basiert. Bei der E-Learning Anwendung zeigt sich nämlich sehr deutlich, dass erfahrene Schulungsverantwortliche die Lage ganz anders einschätzen als diejenigen, die noch keine Erfahrung mit dem Medium gesammelt haben. So schätzen 42% der Schulungsverantwortlichen, die bisher keine Erfahrungen mit E-Learning gemacht haben, benötigte Hilfe von IT oder Assistenten als Nachteil von E-Learning ein. Diejenigen die E-Learning bereits einsetzen, geben diesen Nachteil nur zu 25% an. Erfahrung ist also ein entscheidender Faktor, der den meisten Schulungsverantwortlichen einfach noch fehlt, um die Schwierigkeit der E-Learning Erstellung einschätzen zu können.

Zitat eines Schulungsverantwortlichen:

„Software sollte einfacher zu bedienen sein, meistens braucht man noch zusätzlich Profis.“

Schwierigkeitsgrad der E-Learning Erstellung
Geschätzter Schwierigkeitsgrad der E-Learning Erstellung gegenüber Präsenzschulungen

3. Video als wichtigste Grundlage

Egal ob es sich um Produkt- oder Sicherheitsschulung, Arbeitsabläufe oder sonstige Themen handelt, Video wird fast immer als wichtigste oder eine der drei wichtigsten Grundlagen (Tests, Dokumente und Video) gesehen.

Basismaterialien E-Learning Kurs
Basismaterialien für E-Learning Kurse nach Zuständigkeit von Schulungsgebieten

Zwar gehört laut verschiedenster Anbieter das Drehen und Schneiden von Videos zu den DIY-Bereichen, die für Laien machbar sind. Dennoch schrecken viele Schulungsverantwortliche vor dieser Maßnahme zurück, zumal sie eben auch wieder einen hohen Zeitaufwand bedeutet. Bleibt die Frage, was Schulungsverantwortliche vom Zeitaufwand halten wenn sie Kurserstellung und Videoproduktion getrennt voneinander sehen.

Short Facts zur E-Learning Studie
Short Facts zur E-Learning Studie

Fazit

Die Studie hält wichtige Erkenntnisse zur E-Learning Erstellung bereit. Erst wenn Anforderungen und Hindernisse des Schulungserstellers bekannt sind, können sie von Software-Anbietern und anderen Stakeholdern berücksichtigt werden. Diese Voraussetzung schafft die Coursepath Studie. Die vollständigen Ergebnisse stehen kostenlos zum Download bereit:

Jetzt kostenlos: Die E-Learning Studie zum Download

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