8 DIY-Tools zum Produzieren von Erklärvideos

Tipps & Tricks Sina Burghardt · vor 5 Monaten

Videos wo man nur hinschaut – jeder dreht heute Videoclips und das ganze Internet ist voll davon. Auch im E-Learning haben Videos einen großen Stellenwert – sie zählen zu den Basismaterialien (vgl. E-Learning Studie von Coursepath). Filmisch lassen sich komplexe Inhalte anschaulich und in kurzer Zeit darstellen.

DIY Videotools

Sogenannte Erklärvideos können dabei in vielfältiger Weise umgesetzt werden: Neben comicartigen Animationsvideos oder Zeichnungen sind auch realistische Videos beliebt. Typischerweise sind Erklärvideos zwischen einer halben und fünf Minuten lang, intuitiv und leicht verständlich aufgebaut. So werden Lerner mit unterschiedlichem Vorwissen abgeholt. Je nach Zweck Ihres E-Learning Kurses können die Videos einzelne eigenständige Lernschritte darstellen (z. B. als Microlearning-Einheiten) oder aber zur Auflockerung genutzt werden.

Da es im Internet nicht nur von Videos selbst sondern auch von Tools zur Videoerstellung und -bearbeitung wimmelt, habe ich mich für Sie durch den Dschungel gewagt und möchte Ihnen hier meine 8 Favoriten von Video-Tools für das DIY E-Learning vorstellen.

Erstellung

1. Animationsvideos mit PowToon

Animationsvideos klingt erstmal eher nach Unterhaltung als nach Lernvideo? Super! Denn wenn Lerninhalte unterhaltsam vermittelt werden macht das Lernen Spaß und das Gelernte bleibt im Kopf.

Mit comicartigen Videos lassen sich auch eher langweilige Themen unterhaltsam darstellen. PowToon bietet hier zahlreiche Vorlagen an, die angepasst oder ergänzt werden können. Obwohl die Funktionen zahlreich sind und sogar kleinste Details angepasst werden können, bleibt das Tool dennoch schnell zu verstehen. Vorteil von PowToon: es ist keine Installation notwendig, da das Tool im Browser verwendet werden kann. Zur kommerziellen Nutzung der Videos wird allerdings ein bezahltes Abonnement (monatlich oder jährlich) benötigt.

2. Screencasting mit Camtasia

Der Vorgang, den Sie erklären möchten, findet über Software auf dem Bildschirm statt? Easy! Dann nehmen Sie doch einfach direkt am Bildschirm die Schritte auf, die durchgeführt werden müssen. Für solche Screencasts eignet sich beispielsweise die Software Camtasia.

Mit dem Programm zeichnen Sie zunächst Ihren Bildschirm inklusive Mausbewegungen und Anwendung auf. Im Nachhinein können Sie in Camtasia Bereiche hervorheben, die Geschwindigkeiten anpassen, an Ausschnitte heranzoomen und weitere Effekte einarbeiten. Wenn Sie zusätzlich Ihre Arbeitsschritte kommentieren und eine Tonspur hinzufügen, haben Sie schnell ein vollwertiges Video erstellt.

Camtasia
Mit Camtasia screencasten und Projekte bearbeiten.

3. Selbst filmen mit dem Smartphone

Das Smartphone als Tool klingt für Sie banal? Das mag sein, macht aber eine günstige Filmproduktion möglich. Was früher gar nicht denkbar war, ist heute zum Normalfall geworden: Jeder trägt seine eigene Kamera in der Hosentasche. Und im Handy steckt mehr Potenzial als Sie anfänglich annehmen mögen. Kürzlich zeigte Regisseur Steven Sonderbergh mit seinem Film „Unsane“, dass sogar ganze Spielfilme mit dem Handy gefilmt werden können. Wenn das kein Anreiz ist, selbst zur Kamera zu greifen!

Begleiten Sie unternehmensinterne Prozesse einfach mit der Kamera, lassen Sie erfahrene Mitarbeiter sprechen und Ihre Tipps an neue Mitarbeiter weitergeben, Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

4. Videos mit Lumen5

Einen einfachen Weg, kurze Videos zur Auflockerung Ihres E-Learning Kurses zu erstellen, bietet die Software Lumen5. Mit ein paar Klicks entsteht aus einem Artikel oder Blogbeitrag ein Video mit Textelementen. Dabei nutzt die Online-Plattform den Text als Grundlage und formt daraus untertitelte Videoabschnitte. Jederzeit kann der Text aber im Editor angepasst werden.

Aus der Textvorlage wählen Sie jetzt einzelne Sätze, die im Video als Textelement gezeigt werden sollen. Mithilfe künstlicher Intelligenz schlägt Lumen5 passendes Bildmaterial vor. Sie können aber auch die Suchfunktion nutzen, um (bewegte) Bilder zu finden oder eigene Bilder hochladen. Auch die Texttafeln können noch angepasst werden. So entsteht mit wenig Aufwand ein anschauliches Video, das die wichtigsten Punkte des Texts zusammenfasst.

Verarbeitung

5. Videos schneiden mit Movie Maker und iMovie

Bei kurzen Videos ohne Spezialeffekte braucht es meist keine großen Tools, die mit unzähligen Funktionen eher verwirren als weiterhelfen. Hier reicht meistens auch ein gutes kostenloses Programm. Ich habe mir hier die (meistens) vorinstallierten Programme Movie Maker für Windows PCs und iMovie für Mac angeschaut.

Die einfache Benutzung ist sicherlich ein Vorteil dieser Programme. Daneben gibt es in beiden Programmen einige vorgefertigte Übergangseffekte, die zum eigenen Videomaterial hinzugefügt werden können. Gerade für Anfänger eignen sich die Programme gut, um sich im Videoschnitt auszuprobieren und erste eigene Videos zu kreieren.

iMovie
Videoschnitt mit iMovie.

6. Videos Editing wie die Profis mit DaVinci Resolve

DaVinci Resolve ist ein Video Tool aus dem Hause Blackmagic Design und sagt von sich selbst, die erste Lösung zu sein, die professionelle Offline- und Online-Bearbeitung, Farbkorrektur, Audio-Postproduktion und visuelle Effekte in einem Software Tool vereint. Klingt viel? Ist es auch! Das Beste daran: das Ganze gibt es umsonst zum Download und lässt sich je nach Vorliebe einstellen.

Das umfassende Programm ist ähnlich aufgebaut wie die gängigen – aber meist sehr teuren – Videobearbeitungsprogramme: Ablage der Medien in einer Ordnerstruktur links, zwei Fenster für Originalvideo und Schnittdatei oben und unten die Timeline Ansicht, in der Schnitt und Bearbeitung stattfinden. Bearbeitet wird das Video dann mit Drag and Drop, Klicks und Werkzeugen. Zugegeben: bei so vielen Optionen dauert es seine Zeit, bis man sich ins Programm eingearbeitet hat.

An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen, dass der Inhalt immer vor der Technik stehen sollte: Das Video kann noch so toll und professionell erstellt sein, wenn keine wichtigen Inhalte vermittelt werden verfehlt es seinen Zweck. Stellen Sie sich daher vorab die Frage, welches Videoformat für Ihre Zielgruppe am geeignetsten ist. Und Sie müssen auch nicht komplett auf das Videoformat setzen: Bereits mit einem kurzen Video im Kurs lockern Sie den Inhalt auf.

Verbreitung

Jetzt geht’s zum nächsten Schritt. Das Video wurde erstellt, nachbearbeitet und geschnitten und wartet jetzt nur noch auf Zuschauer. Im Fall von E-Learning also auf die Lerner. Wie bringe ich meine Videos am besten an meine Kursteilnehmer? Hier möchte ich Ihnen zwei Varianten vorstellen, wie Sie Ihre Videos im Learning Management System integrieren können.

7. YouTube oder Vimeo Videos integrieren

YouTube ist sicherlich die bekannteste Online-Videoplattform und eignet sich hervorragend zum Upload Ihrer (Erklär-)videos. Aber auch bei Vimeo können Sie Ihre selbsterstellten Videos unkompliziert hochladen. Im LMS lassen sich diese Videos dann ganz einfach per iframe integrieren. D. h. Sie generieren über den Teilen-Button auf der Plattform (YouTube oder Vimeo) einen iframe-Code. Diesen können Sie dann ganz einfach im LMS an der vorgegebenen Stelle einfügen. Durch die Einbindung können Ihre Kursteilnehmer das Video direkt im Lernschritt abspielen ohne den Kurs verlassen oder ein weiteres Browserfenster öffnen zu müssen.

iframe einbinden
Videos mit iframe im LMS integrieren.

8. Video Hosting direkt im LMS

Handelt es sich um sensible unternehmensinterne Inhalte, dann spricht einiges dagegen, die fürs E-Learning bestimmten Videos auf öffentlichen Videoplattformen wie YouTube oder Vimeo hochzuladen. Für sichere und vertraglich geregelte Speicherung der Videodaten bieten Ihnen gute Learning Management Systeme die Möglichkeit, Videos direkt zu integrieren und so in einem geschützten Bereich zur Verfügung zu stellen. Achten Sie darauf, dass das LMS den Datenschutzbestimmungen genügt und im Idealfall in der EU gehostet wird, sodass auch Ihre Videoinhalte auf Datencentern in der EU liegen.

Fazit

Videos sind geschätzte Lernmittel und gelten als Basismaterial für Online-Schulungen (vgl. Coursepath Studie). Einfache bis komplexe Informationen lassen sich im Videoformat kurz, prägnant und anschaulich darstellen. Und gleichzeitig werden E-Learning Kurse durch den Einsatz verschiedener Medien abwechslungsreicher gestaltet, lockern starre Strukturen auf und sprechen unterschiedliche Lerntypen an. Dabei muss die Videoerstellung nicht unbedingt vom Profi gemacht werden. Mit den vorgestellten Tools können Sie auch als Anfänger gute Erklärvideos erstellen.


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